Mittwoch, 25. Mai 2011

Céline Spring 2011 Campaign: Was macht das Skateboard da?

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Bilder: fashiongonerogue.com

Dass ich den Hype um Céline unter Chefdesignerin Phoebe Philo nicht ganz nachvollziehen kann, dürfte regelmäßigen Lesern schon aufgefallen sein. Noch ein bisschen weniger kann ich aber die Aufregung - die zugebenermaßen schon etwas zurückliegt- um die aktuelle Werbekampagne verstehen. Das liegt aber nicht am Fotografen Juergen Teller, dessen Arbeit ich sehr gelungen finde. Es liegt auch nicht an den großartigen Models Daria Werbowy und Stella Tennant. Nicht mal die leicht langweiligen Pyjama-Outfits mit Op-Hemdchen-Ärmeln stören mich. Nein, das Skateboard ist mir ein Dorn im Auge. Was soll das da? Glaubt wirklich jemand, dass Daria gleich aufspringt, sich den 1000-€-Shopper um die Schultern schwingt und mit flatternder Hose abdüst?
Mal ganz davon abgesehen, dass dieses Szenario in den Pumps mit Pfennigabsatz lebensgefährlich wäre, ist es irgendwie völlig absurd. Natürlich darf Modefotografie merkwürdige Situationen schaffen, aber das Skateboard in einer Werbekampagne für ein Luxus-Label ist mir doch zu unpassend. Man könnte fast vermuten, dass die privat tatsächlich sehr entspannte Daria (wenn man den Streetstyle-Bildern mal Glauben schenkt) damit zum Shooting gefahren ist und dann irgendjemand auf die Schnappsidee gekommen ist das Skateboard mit in die Kampagne aufzunehmen. Weil es ja irgendwie so zum über-coolen Image von Céline passt. Aber so war es bestimmt nicht.
Mit allen anderen Requisiten wie den überdimensionalen Bildern von Küken, Erdbeeren, Spielkarten und Gurkenscheiben (Wer ist dafür eigentlich verantwortlich?) kann ich mich anfreunden. Sie passen im wahrsten Sinne des Wortes ins von Juergen Teller fotografierte Bild. Aber das Skateboard hat in einer Werbekampagne, die hauptsächlich in Vogue, Elle, Numéro & co. erscheint, einfach nichts zu suchen. Das gehört auf die Straße.


Kommentare:

farina hat gesagt…

Ehrlich gesgt sagt mir die gesamte Kampagne nicht sonderlich zu.

Andrea hat gesagt…

am lächerlichsten find ich an den fotos, dass sie das skateboard falsch hält. in echt würde so das griptape ihren tollen seidenanzug ziemlich schnell zerstören ;)

katja hat gesagt…

andrea, haha stimmt. griptape macht sich bestimmt weniger gut auf der seidenbluse.

*lilibet* hat gesagt…

Du hast so recht :D!Ich liebe die Art wie du schreibst!

Lena hat gesagt…

Ich finde den Kontrast eigentlich nicht schlecht. Vielleicht auch, weil ich selbst so gern skaten würde, aber mich mit stokeligen Anfängen nicht wirklich unter die 16jährigen im Skatepark traue :)

katharina hat gesagt…

ehrlich gesagt finde ich die bilder so oder so nicht schön, das skateboard machts noch schlimmer. :D

anna+flo hat gesagt…

muss dir da zustimmen,
wenn man schon versucht "low budget" zu wirken,dann soll mans halt wie urban outfitters machen& viktor vauthier buchen,
aber diese ganze kampagne ist überhaupt nicht gelungen.

lieben gruß

katja hat gesagt…

lena, ich wollte diesen sommer eigentlich auch skateboarden lernen und dadurch finde ich die werbung eher noch merkwürdiger. weil eben irgendwie kein zusammenhang besteht.

ich hatte ja mit mehr "gegenwind" gerechnet. aber über zustimmung freue ich mich doch noch mehr.

Chris hat gesagt…

Als langjähriger Anhänger des Rollbrettsports muss ich anmerken, dass die art und weise wie die Dame auf dem Foto ihr skateboard hält, die einzig akzeptable (und bequemste) und demnach auch richtige ist. Griptape nach Innen, auch wenn man einen Seidenanzug trägt.

Nike hat gesagt…

oh je. nein, das ist wirklich lächerlich (und ich finde "lächerlich" ist tatsächlich ein schlimmes wort). wenn mädchen skateboard fahren, ist das sexy, wenn jungs es tun, ist es heiß, aber wenn wenn leute, dies nicht können, eines in der hand tragen (und seis auch nur beim shooting), dann muss ich mich irgendwie fremd schämen.
und ich nehme hier alle raus, die mutig genug sind, sich zwischen die 16jährigen zu quetschen, um zu lernen! das hab ich mich nämlich auch nie getraut. versucht es besser mit enem lomgboard. das ist kinderleicht. so groß, dass man beinahe nicht runterfallen kann. (:

Anonym hat gesagt…

So ganz habt ihr die Kampagne einfach nicht verstanden. Oder warum wurde nicht erwähnt, dass die Requisiten die damals aktuelle Ausstellung von Urs Fischer in London waren.

Und schöne Mode "cool" tragen bedeutet auch, dass es einem mal Scheißegal ist ob was kaputt geht. Aber nie und nimmer würde man das Skateboard falsch tragen. Das weiß jedes Elternteil von skatenden Jungs, die alle 4 Wochen neue Schuhe für 130 Euro kaufen müssen.

Fred

katja hat gesagt…

fred, danke für deinen kommentar. das mit der ausstellung habe ich mir schon gedacht, aber leider bei meiner suche nichts dazu gefunden. danke für die ergänzung. und das skateboard war auch teil der ausstellung?

ich bezweifle trotzdem, dass es der durchschnittlichen celine-kundin scheißegal wäre, wenn ihre 1000 € seidenbluse durch griptape beschädigt werden würde. das kann man ja nicht wirklich mit funktionalen und deswegen irgendwann abgetragenen skateschuhen vergleichen.

Anonym hat gesagt…

Ja. Alles was man sieht. Das Shooting war in der Ausstellung an einem Tag als es geschlossen war.

Und das mit dem Skatern ist wohl abhängig vom Budget. Mir ist schon aufgefallen dass man in den Blogs öfter mal "skurrile" Kommentare liest bei denen die Vermutung aufkommt, dass nicht mal die 1000 Euro für das Shirt vorhanden sind. Das ist aber nicht die Zielgruppe von Celine zudem das Zeug ja eh schwer in Deustchland zu bekommen ist.

Ich kenne Menschen, die haben 10 Blusen von Celine und da wird auch mal eine weggeschmissen ohne viel Gerede.

Und Schuhe waren nur ein Beispiel. Was ich an den Skatern mag ist das sie sehr modebewußt (=kostenintensiv) sind. Und da geht auch monatlich eine Jeans (die nicht von H&M ist) drauf usw.